OJA - Berichte von Veranstaltungen

Abenteuer im Orient

Sommerferienspiele: Geländespiel der Oberallershausener Jugendarbeit

Das Wasser der Oase ist verschmutzt und die gesamte Wüstenbevölkerung muss zusammenarbeiten, um das zauberhafte Gegenmittel zu bekommen: den reinsten und kostbarsten Diamanten aller Zeit. Doch dieser ist seit Jahrhunderten an einer ganz geheimen Stelle versteckt. Der Ort ist streng geheim, niemand kennt ihn mehr. Doch es gibt eine sehr alte Karte, die in verschiedene Abschnitte unterteilt wurde, und unter den reichen Händlerfamilien am Rande des Landes aufgeteilt wurde. Doch die wertvollen Kartenabschnitte werden nicht so einfach herausgerückt, sondern muss man sich diese erst mühevoll verdienen.
Was klingt wie der Anfang eines orientalischen Märchens, ist der Beginn eines kreativen und actionreichen Geländespiels. Sieben Jugendliche der Evangelischen Kirchengemeinde Oberallershausen haben für die Sommerferienspiele ein ganz besonderes Abenteuererlebnis zum Austoben und Spaß haben entwickelt.
Das Geländespiel spielt im Orient. Es gibt Händler und Nomaden. Die 28 Teilnehmer ziehen als Nomaden in kleinen Karawanen durch den Glonnpark, pardon, natürlich durch die Wüste. Dort treffen sie auf die Händler mit unterschiedlichen Produkten wie Trockenfrüchte, Gewürzen oder Teppichen. Durch geschicktes Verhandeln und kluge Strategien kann der Wert gesteigert und der Gewinn erhöht werden. Mit der Zeit tauchen verbotene, jedoch sehr gewinnbringende Gegenstände auf dem Schwarzmarkt auf. Doch Vorsicht ist geboten. Räuberbanden machen die Handelswege unsicher und Kamelpolizisten haben ein wachsames Auge auf das Geschehen und unterbinden den Handel mit den verbotenen Elfenbeintrophäen, den Tierfellen und Co. Zum Schluss tauscht jede Karawane ihren Gewinn in einen Teil der Schatzkarte. Nur gemeinsam können die Wüstenbewohner das letzte fehlende Teil der Karte finden und den wertvollen Schatz bergen. Und wie es sich für ein gutes Märchen, äh ein Geländespiel gehört, gibt es ein Happy End: Die Oase erlangt ihre alte Fruchtbarkeit zurück.

von Tobias Weiskopf
 

 

 

 

Jugendleiter im Einsatz

Erste-Hilfe-Kurs: Johanniter bilden Oberallershausener Jugendarbeit aus

Simulierter Ernstfall: Junge Ersthelfer der Evangelischen Jugend zeigen unter den strengen Augen des Johanniter-Ausbilders Achim Söllner (links) das Erlernte: Notruf, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Defibrillator – selbstverständlich in Teamwork. Im Vordergrund der neue Notfallrucksack der Oberallershausener Jugendarbeit.

„Hallo? Haaaallooo! Entschuldigen Sie, hören Sie mich?“ Eine bewusstlose Person liegt am Boden. Was ist zu tun? Die Evangelische Jugend ist nun für den Ernstfall bestens vorbereitet. Am Freitag, den 15. Juli, und Samstag, den 16. Juli, haben zehn Jugendliche und zwei Erwachsene der Kirchengemeinde Oberallershausen einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert.
Der Johanniter-Ausbilder Achim Söllner erklärt den optimierten Rettungsweg: Der Betroffene wird angesprochen - reagiert er nicht so wird mit beiden Händen an den Schultern gerüttelt. Sollten andere Personen in der Nähe sein, ist es ratsam um Hilfe zu bitten. Der Unterstützer setzt den Notruf ab und informiert die Rettungskräfte während man selbst die Atmung kontrolliert. Kopf des Bewusstlosen überstrecken, den eigenen Kopf mit dem Ohr über Nase und Mund halten, Blick Richtung Bauchdecke des Betroffenen und zehn Sekunden lang die Atmung kontrollieren.  
Die Teilnehmer haben gelernt in den unterschiedlichsten Situationen richtig zu handeln. Grundsätzlich unterscheidet man in der Ersten Hilfe zwischen den Leitsymptomen „nicht erweckbar“, „keine Atmung“, „Probleme im Kopf“, „Probleme in der Brust“, „Probleme im Bauch“ und „Verletzungen“. Je nach Anzeichen gibt es ein konkretes Maßnahmenpaket.
Wenn der Betroffene nicht erweckbar ist, aber normal atmet, wird er in die Stabile Seitenlage gebracht. Atmet die bewusstlose Person nicht mehr, wird unmittelbar mit der Herz-Lungen Wiederbelebung begonnen.
Defibrillatoren, kleine handliche Geräte (AED), die inzwischen immer häufiger in öffentlichen Gebäuden (z.B. Banken) zu finden sind, lösen Herzrhythmusstörungen durch die Abgabe von Stromstößen und  unterstützen so bei der Reanimation ungemein. Dadurch werden die Überlebenschancen deutlich vergrößert. Die Bedienung ist kinderleicht, was Ausbilder Achim Söllner mit einem Foto seines vierjährigen Enkels, der ein solches Gerät in den Händen hält, belegt.
Einzeln und in kleinen Teams werden die Teilnehmer vor die Tür gebeten. Achim Söllner inszeniert diverse Fälle, an denen das in der Theorie Erlernte in die Praxis umgesetzt werden kann. Doch gezielt werden kleinere und größere Hürden eingebaut: störende oder gar belästigende Passanten, die die Erstversorgung behindern, versteckte Gefahren, wie Strom oder scharfe Gegenstände, sowie die Kombination einiger Symptome. Die Teilnehmer werden wieder in den Raum gebeten, ins kalte Wasser geworfen und müssen unter enormen Stress einen kühlen Kopf bewahren und die richtigen Schritte tun.
So fiel der 15-jährige Toni plötzlich in Ohnmacht, als die beiden Ersthelfer gerade dabei waren, die Hand nach einer Verbrennung zu verbinden. Fehler bleiben nicht aus, aber genau deshalb wird ja auch geübt. Aber alles im grünen Bereich, schließlich ist die Szene nur gespielt. Im zweiten Anlauf klappt es dann. Übung macht den Meister! Und im Ernstfall wissen jetzt alle direkt was zu tun ist.
Die zwölf Teilnehmer sind nun ebenso in der Lage Verletzungen zu versorgen und je nach Leitsymptom, bei Problemen in der Brust, im Kopf oder im Bauch, richtig zu handeln.
Eins hilft immer, erklärte Ausbilder Achim Söllner: Das sogenannte PAKET, vier Maßnahmen, die im Notfall immer richtig sind.
1.    Ständig die lebenswichtigen Funktionen des Verletzten kontrollieren.
2.    Den Notruf unter 112 wählen.
3.    Den Verletzten mit einer Rettungsdecke wärmen. Dabei auch auf Wärme von unten achten.
4.    Psychische Betreuung: Mit dem Betroffenen sprechen, ihm über den Kopf streichen. Auch Bewusstlose spüren diese Fürsorge.

Freisinger Bank und Sparkasse sponsern Notfallrucksack. Links: (erste Reihe: v.l.n.r.) Ausbilder Achim Söllner, Filialleiter der Freisinger Bank Bernd Schillinger bei der Scheckübergabe mit der Vorsitzenden des Jugendausschusses der Evangelischen Jugend Oberallershausen Bianca Springer (2. v.r.) sowie Kursorganisator der Oberallershausener Jugendarbeit Tobias Weiskopf (v.r.) mit dem neuen Erste-Hilfe-Rucksack. Rechts: Spendenübergabe bei der Sparkasse Allershausen mit (v.l.n.r.) Tobias Weiskopf, Bianca Springer und Geschäftsstellenleiter Dominik Ratzek.

Im Zuge des Erste-Hilfe-Kurses wurde auch der neue OCTETT Sport Notfallrucksack der Firma Söhngen eingeweiht. Ausbilder Söllner hat den Inhalt ausführlich erklärt und den „Neuzugang“ der Jugend einsatzbereit gemacht. Nachdem die Erfahrung bei Freizeiten leider gezeigt hat, dass Jugendhäuser nicht immer mit geeigneten Erste-Hilfe-Koffern ausgestattet sind, hat sich die Jugend der evangelischen Kirche für einen Notfallrucksack entschieden. Nun kann Erste Hilfe überall, wo die Jugendlichen unterwegs sind, mit hervorragendem Equipment angewendet werden. Die Freisinger Bank und die Sparkasse haben den Rucksack finanziell bezuschusst. Wir danken hiermit den beiden Sponsoren!

Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle auch an die Johanniter, die die zweitägige Schulung kostenlos durchgeführt haben. Besonderer Dank an Claudia Huber (Ausbildungsleitung) und Tina Haberkorn (Sachgebiet Ausbildung), die den gesponserten Kurs in die Wege geleitet haben, sowie an unseren äußerst erfahrenen Ausbilder Achim Söllner.
Und zum Schluss bleibt zu sagen: Die leuchtend roten Pullis der Oberallershausener Jugendarbeit mit der weißen Aufschrift „Jugendleiter im Einsatz“ sind nicht nur ein echter Hingucker, sondern haben jetzt auch noch eine ganz andere Bedeutung.

  Im Notfall richtig reagieren. So geht’s:

  Schützen

    1.    Auf den ersten Blick: Überblick über die Situation verschaffen, Lage
           einschätzen
    2.    Eigenschutz und Fremdschutz: Absichern und Eigensicherung; Vermeidung
           von Nachfolgeunfällen
    3.    Gegebenenfalls Retten aus dem Gefahrenbereich

  Melden

    4.    Notruf 112: Verständigung und Kommunikation mit den Hilfskräften 

  Helfen

    5.    Maßnahmen an Betroffenen
          Diagnostischer Block und Ganzkörperuntersuchung
            •    Kontrolle von Bewusstsein und Atmung
            •    Ganzkörperuntersuchung: Kontrolle auf Verletzungen
          Anschließend
            •    Erste-Hilfe-Maßnahmen in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit
            •    Ständige Kontrolle der Vitalfunktionen, Eigenwärme erhalten
                 (mit Rettungsdecke), psychische Betreuung (auch bei Bewusstlosen)